Wettkampf: 2010 // 26.04.2010

Runningman 2010

Vor dem Start

15 Uhr an einem der bisher schönsten Tage des Jahres, an dem Samstag des Runningman in Schenefeld. Eine Stunde bis zum Start, was für eine Zeit für einen Wettkampf. - Und dennoch haben es die Brötchen rechtzeitig an ihren Ort geschafft und es bleibt Zeit für die letzte Vorbereitung, physisch wie psychisch. Den späteren 2-km-Rundkurs laufe ich ab. Der ersten Freude über eine neue Strecke im Vergleich zu 2008 folgt schnell die Ernüchterung: Enge Kurven, teils schmaler Trampelpfad und dazu einige Höhenmeter. - Dafür höre ich die Buchfinken am Wegesrand singen - Berufskrankheit.

100m-Sprint

Wieder auf dem Sportplatz bereite ich mich mit letzten Übungen und entsprechender Motivationsmusik auf den ersten Teil der Veranstaltung vor. Unsichere Übungen. Ein 100m-Sprint, nie wirklich geübt, nie wirklich gelernt. 19 Männer und drei Frauen nehmen hier und heute am Runningman Classic teil und wie von selbst fallen mir nur die entsprechenden Leichtathleten ins Auge. Dort passt jede Aktion. Ich hingegen stelle ich an die Linie und verändere die Einstellungen des Startblocks eher nach dem Zufallsprinzip. Rechts vorne? Links vorne? Wie weit von wo entfernt und wozu überhaupt? "Passt scho."

Kurz darauf der Startschuss, raus da, Spikes in den Boden, volle Anspannung, Gas geben. Der erste ist weg, hinterher! Die anderen zurück, die letzten Meter, beißen. - Zwölfwas? - Puh. - Austrudeln. Geschafft. Kurzes Abklatschen, ein Blick auf die Zeitmessanlage, die 12,45s gelten dem Sieger.
Keine Sorge, so phantastisch bist du doch nicht.
Doch immerhin ein deutlicher zweiter Platz ohne Sturz. Mehr als erwartet. - Und irgendwie langweilig. Kaum gestartet wieder im Ziel. Ein kurzer Moment, in dem alles zählt. Nein danke, die 13,28s nehme ich höchst zufrieden entgegen, aber mein Freund werden die 100 Meter nicht.
Gut gelaunt vor dem Start Voller Einsatz für den kurzen Moment ...... der zählt.- Und schon ist es wieder aus und vorbei.
Runningman
Platzierungen: 3. von 4 (AK), 8. von 22 (Gesamt)
Veranstalter: http://runningman-world.de/
Besten Läufe über 100m
15.05.2015 1. Läuferzehnkampf 12,79 (2:08)
03.06.2011 2. Läuferzehnkampf 13,00 (2:10) -0:01
25.04.2015 3. Westpfalzmeisterschaften 13,17 (2:10) -0:01
24.04.2010 4. Runningman 13,28 (2:13) -0:01
16.07.2015 5. Sportabzeichen-Tag 13,50 (2:15) -0:01

1.000m-Bahnlauf

Eine halbe Stunde später der zweite Streich und damit der interessanteste Teil. Tolle Zeiten in den ersten Gruppen und ich bin mir selbst nicht sicher, ob ich wirklich auf eine 2:59 angehen soll. Zum Nachdenken ist es jedoch zu spät. Ich stehe am Start, gemeinsam mit den späteren Top Drei. "Ihr lauft vermutlich alle deutlich unter drei Minuten?" - Geschlossene Zustimmung. - Alles klar, ich schaue von hinten zu.

Der Startschuss fällt und ich versuche meinen eigenen Lauf zu machen. Schwierig. Der Fünfte der Gruppe kann mir nicht folgen und schon auf der ersten Runde nagt dieser Umstand an den Kräften. 38 Sekunden für die ersten 200 Meter. Das ist zu wenig. Kämpfen. 1:15 für die erste Runde. Drei Sekunden zu langsam. Ich kämpfe weiter, beiße auf die Zähne und führe doch einen verlorenen Kampf. 1:19 für die zweite Runde. Letzte Kurve, noch einmal anziehen. Dahinter erscheint die 2:45 des Siegers, doch auch ohne meine aktuelle Zeit im Blick weiß ich, dass ich keine Chance habe. Die letzten Meter, noch einmal fliegen. Dann ist es vorbei. - 3:06 zeigt meine Uhr, 3:07,07 lautet es offiziell. - Der Traum bleibt ein Traum.
Selbst beim Startschuss halte ich nicht mit. So ist es ein einsamer 1.000m-Lauf Doch der Zielspurt darf nicht fehlen.

Runningman
Platzierungen: 3. von 4 (AK), 12. von 22 (Gesamt)
Veranstalter: http://runningman-world.de/
Besten Läufe über 1.000m
04.06.2011 1. Läuferzehnkampf 2:51,17 (2:51)
16.05.2015 2. Läuferzehnkampf 2:51,81 (2:52) -0:00
24.04.2010 3. Runningman 3:07,07 (3:07) -0:16
30.11.2008 4. Runningman 3:13,7 (3:14) -0:22

10-km-Verfolgungsrennen

Erneut 40 Minuten Wartezeit, zum Erholen? Erst so langsam zeigt sich die Müdigkeit der Beine, dazu brennt die Sonne auf den Kopf, 15 Grad und ich sehne mir Wolken herbei - ohne Erfolg. Mir bleibt nur etwas Wasser, dass ich mir über den Kopf schütte, bevor es in die Startreihe geht. Gute 53 Sekunden Rückstand und zeitgleicher Start mit einem anderen Läufer, der sich auch bei 40 Minuten einschätzt. Ich predige noch einmal das langsam starten und schon werden wir losgelassen. Nicht lange laufen wir gemeinsam. Im Gegensatz zu dem Jungen starte ich verhalten mit "nur" 3:54, dazu minimal bergab, das ist ok. Auf dem zweiten Teil der Runde jedoch wird es schon schwer. Ein winziger Anstieg, die Waden meckern. Das Tempo sinkt. Die erste Runde bleibt im Rahmen.
Start zur Verfolgung Das Duo hält nicht lange Alleine auf die zweite Runde Der Kopf lächelt, die Beine schreien. Doch die Strecke ist anstrengend. Enge Kurven, hier kurz hoch, da kurz runter. Ein Rhythmus-Killer vom feinsten. 16:04 nach der zweiten Runde und obwohl damit noch alles möglich wäre, ist der Kopf bereits realistisch. Das wird nichts. Die ersten Läufer (unter anderem vom 6-km-Jedermannslauf, die gleichzeitig gestartet sind) habe ich eingesammelt, auch mein Startpartner liegt nun hinter mir. Trotzdem tun die Kurven weh. Die Lippen brennen vor Trockenheit. Auf dem sechsten Kilometer der Graus, der Forerunner zeigt 4:30, auch wenn er zu kurze Runden misst. Das Ziel von 40 Minuten ist vergessen, die Zeit von 2008 gilt es zu schlagen.
Selbst 15 km/h sind nur noch schwer möglich. Noch zwei Runden - zuviel. Ein letztes Mal, die Anstrengung steigt. Der Flug ins Ziel - anstrengender als gedacht. Die Runden ziehen sich. Noch zwei. Zwei Läufer sehe ich 100 Meter vor mir. Mein neues Ziel - und doch unerreichbar. Sie bleiben auf der Entfernung, ich drehe die letzte Runde, noch einmal Wasser ins Gesicht, verliere sie aus dem Blick, laufe, kämpfe und stolpere durch das Ziel. 40:42, das Ergebnis einer harten Strecke mit deutlicher Vorbelastung. Ich bin zufrieden.
Runningman
Platzierungen: 3. von 4 (AK), 8. von 23 (Gesamt)
Veranstalter: http://runningman-world.de/
Besten Läufe über 10 km
26.07.2015 1. Möbelspedition Sander Straßenlauf 33:32,8 (3:21)
27.07.2014 2. Coca-Cola Straßenlauf 34:01,4 (3:24) -0:29
30.04.2014 3. Pfalz-Langstreckenmeisterschaften 34:12,4 (3:25) -0:40
06.04.2014 4. Osterlauf Neumünster 34:16 (3:26) -0:44
19.04.2014 5. Osterlauf Rheinzabern 34:22 (3:26) -0:50
...
24.04.2010 34. Runningman 40:42 (4:04) -7:10

Fazit

Zufrieden stehe ich im Ziel und schnaufe erstmal durch. Puh. Zufrieden. Definitiv. Ein Runningman ohne Sturz - dieses Jahr hat es geklappt. Auch wenn die zu hoch gesteckten Ziele nicht erreicht wurden, mit so einem Ergebnis kann man wirklich zufrieden sein. Es waren Träume, mehr nicht. So kehre ich erhobenen Hauptes mit verdammt schweren Beinen am Abend ins Bett. Fertig. Fertig wie lange nicht mehr. Der Runningman, in seiner ganzen Art, ist eine tolle Veranstaltung.

Siehe auch