Wettkampf: 2008 // 26.07.2008

20. Mitternachtslauf in Heiligenhafen

Gestern Abend fand mit dem 20. Mitternachtslauf in Heiligenhafen mein erster Testwettkampf in meiner Marathon-Vorbereitung statt. Ziel sollte eine Zeit im Bereich von 40 Minuten sein, um meinen derzeitigen Leistungsstand zu bestätigen. Aus dem letzten Jahr wusste ich aber, dass der Mitternachtslauf nicht die schnellste Strecke hat.

Ausnahmsweise machte ich mich um 20:30 Uhr alleine auf den Weg nach Heiligenhafen und war bereits ein wenig nervös. Würde ich eine neue Bestzeit schaffen? Ich fühlte mich gut, denn das Marathon-Training schien zu wirken. Doch wäre es wirklich möglich, auf dieser Strecke und um diese Uhrzeit eine neue Bestzeit zu laufen? Es sollte sich zeigen, dass dies nicht der Fall war.

Gut gelaunt holte ich meine Startnummer ab und zog mich gemütlich um. Meine Wahl fiel wie bei allen letzten Läufen auf meine kürzeste Laufkleidung (Short und Singlet). In der Sporthalle diskutierten noch einige über das Wetter und die Temperaturen - sie fürchteten kühlen Wind. Meine Entscheidung sollte sich aber als richtig erweisen, denn es war auch nachts noch richtig warm. Danach traf ich mich noch mit einem Freund zum Warmlaufen. Bei der Startaufstellung trennten sich unsere Wege aber wieder, da er um 45 Minuten laufen wollte.

Für den Start hatte ich mir immer wieder vorgenommen, nicht zu schnell zu starten. Zu oft war das in der Vergangenheit eingetreten und zumindest zu einem kleinen Problem geworden. Ich hatte auch das Gefühl, dass das klappte. 3:51 auf der Uhr hieß aber etwas Anderes. Auf den nächsten drei Kilometern wurde es dann für norddeutsche Verhältnisse hügelig und ich hatte dabei Probleme, meinen Rhythmus zu finden. Im Brustbereich fühlte es sich nicht "rund" an. Ich führte diese leichten Probleme aber eher auf die Strecke und nicht auf den schnellen Start zurück. Grundsätzlich fühlte ich mich weiterhin gut. Bereits auf diesen ersten Kilometern merkte ich aber wieder, warum mich dieser Lauf so beeindruckt hatte: Zuschauermassen am Straßenrand. Egal, ob im Stadion, am Markt, am Hafen, auf der Promenade oder an der normalen Straße, die Heilighafener waren an der Strecke, feuerten uns an und versorgten uns mit Wasser. Ein tolles Gefühl, auch wenn meine Verwendung des Wassers Erstaunen bewirkte "Der kippt sich das ja über den Kopf!!!".

Mit dem Wasserhaushalt hatte ich kein Problem - nur das Wetter hatte bereits den ganzen Tag einen kühlen Kopf verhindert. So eine Abkühlung war einfach nötig. Als wir dann unten am Hafen waren, fand ich auch wieder das richtige Tempo. Perfekt lief es zwar nicht, aber für eine Tempoverschärfung war es zu früh - so perfekt war das Körpergefühl nicht. Ich versuchte weiter, mich an den anderen Läufern zu orientieren. Eine starke Läuferin der SG TSV Kronshagen/Kieler TB hatte ich nicht aus den Augen gelassen. Nach dem sechsten Kilometer bekam ich dann noch einmal mehr Kraft. Obwohl hier die wenigsten Zuschauer waren. Ich überholte die Läuferin (3. in der Gesamtwertung) und konnte mein Tempo verschärfen. Zwar nur um wenigen Sekunden, aber das war genau richtig. Wenn ich jetzt durchgehend noch etwas schneller werden konnte, würde es eine sub40 werden.

Da hatte ich allerdings den neunten Kilometer nicht auf Rechnung: Gegenwind. Und das zu einem Zeitpunkt, zu dem ich alleine lief, kein Windschatten. Früher hätte ich nicht gedacht, dass Gegenwind beim Laufen tatsächlich so anstrengend sein kann. Erst auf der letzten Steigung konnte ich wieder das nötige Tempo laufen. Dann noch eine Kurve auf das Kopfsteinpflaster, der Stadionsprecher war bereits zu hören, ich kämpfte - aber ich merkte, dass ich am Limit war. Mehr ging einfach nicht. Die letzte Kurve auf den Sportplatz, noch gute 300 Meter. Ich versuchte eine letzte Tempoverschärfung, die aber bald vorbei war. Es zeigte mir, ich hatte alles gegeben. Am Ende der Kurve der Stadionbahn sah ich die mitlaufende Uhr - sie war bereits bei 40 Minuten. Eine sub40 ist es nicht geworden, eine neue Bestzeit damit erst recht nicht. Aber ich hatte alles gegeben und konnte mit 40:10 zufrieden sein.

Im Ziel benötigte ich dann einige Minuten, bevor die Damen mir den Transponder abnehmen konnten. Mit den Armen in der Luft ging ich einige Kreise in dem kurzen Zielbereich. Und gerade deshalb, weil ich so fertig war, war ich zufrieden mit dem Lauf. Ich hatte alles gegeben und keinen Fehler gemacht. Der Strecke entsprechend war das eine tolle Zeit und mit der Marathon-Vorbereitung kann es unbesorgt weiter gehen.

Nach dem Duschen und einiger Wartezeit folgte die Siegerehrung: Altersklassensieger der männlichen Jugend A - bei sogar 14 Konkurrenten. Als Lohn bekam ich sogar noch ein T-Shirt vom Mitternachtslauf, bevor ich dann die Heimfahrt antreten konnte und um 3 Uhr wie tot ins Bett fiel. Die lange Fahrt und der umso längere Abend hatten sich wieder gelohnt - der Lauf bleibt spitze!

Statistik:

Mitternachtslauf
Platzierungen: 1. von 15 (AK), 40. von 1068 (Gesamt)
Veranstalter: http://mitternachtslauf.de/
Ergebnisse: http://mitternachtslauf.de/Ergebnisliste/ergebn...
Besten Läufe über 10 km
26.07.2015 1. Möbelspedition Sander Straßenlauf 33:32,8 (3:21)
27.07.2014 2. Coca-Cola Straßenlauf 34:01,4 (3:24) -0:29
30.04.2014 3. Pfalz-Langstreckenmeisterschaften 34:12,4 (3:25) -0:40
06.04.2014 4. Osterlauf Neumünster 34:16 (3:26) -0:44
19.04.2014 5. Osterlauf Rheinzabern 34:22 (3:26) -0:50
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25.07.2008 31. Mitternachtslauf 40:10 (4:01) -6:38