Doch genießen und entspannen war die falsche Methode. Die fehlende Anspannung sollte es sein, die mich später mit nassem Kopf und freudiger Gelassenheit zu schnell starten lässt. Ein konkretes Ziel gab es nicht - und das war der Fehler. Bestzeit? - Klar, wann immer möglich. Gerne auch unter 36 Minuten - mit verbesserten Bedingungen im Vergleich zu Engers hätte es möglich sein sollen. Doch sie waren nicht besser.

... ohne Worte ...
Die Stimme, das ewige Mantra "Langsam starten!" fehlte und schon schieße ich los. Nicht übermäßig, nicht übertrieben. Nicht in vorderster Front, eigentlich gelassen der Meute hinterher. Die 3:23 auf der Uhr spricht eine andere Sprache. Zunächst an der Saar der Sonne entgegen. Über einen sandigen Weg an Biertrinkern, stinkenden Kohlegrills, fliegenden Footballs und Weg versperrenden Passanten vorbei. Schon jetzt ist der Mund trocken. Die Nässe auf dem Kopf verglüht, der Puls schlägt. Holla.
Die Strecke ist hübsch, keine Frage. Tempomäßig steht Engers ihr aber in nichts nach. Und die gewünschte Laufgruppe? Ich suche sie. Doch unglaublich dicht besiedelt ist es hier vorne auch nicht, da muss ich auf Köln warten. Einige vor mir, einiger hinter mir. Versuche mich zu orientieren, aufzuschließen. Der richtige Rhythmus bleibt aber fern. Nach zwei Kilometer wird gewendet, eine Runde über eine winzige Insel, um das Kraftwerk herum und schon ist man wieder am Start. Die ersten drei Kilometer absolviere ich in 10:39, die Hälfte passiere ich nach 18:08. Der Glaube an eine neue Bestzeit ist dahin.
Zwei Becher Wasser reiße ich im Start/Ziel-Bereich an mich. Kühle den Kopf, trinke einen kleinen Schluck Mineralwasser (was zum ...?). Der Mund ist schnell wieder trocken, die Beine schmerzen. Anfeuerungen von den vielen Sonnengenießern sind rar. Die Motivation langsam auch. Einen Überholten versuche ich zum Mithalten zu überzeugen - er winkt nur ab. Dann finde ich endlich das nötige Zugpferd. 30m vor mir ein Mann in grün. Mein Blick ist fokussiert und ich folge ihm, überwinde den Kampf, auch wenn des Tempo für mich niemals ein Kampf sein dürfte. Der neunte Kilometer in 3:54. Abgefunden habe ich mich mit dem Schicksal längst. Gepustet wird trotzdem, bis nichts mehr geht. Die letzte Kurve, breite Straße im Schatten zum Ziel. Beißen, zum Spurt ansetzen, auf den letzten Meter komme ich am Mann in Grün vorbei und kämpfe mich ins Ziel, obwohl die einzelnen Sekunden hier nichts mehr bedeuten. 36:44.
Das Rennen war unwichtig und ich bin zufrieden. Von Strecke und Organisation hatte ich mir mehr erwartet und der schnelle Start hätte nicht sein dürfen. Durch das Wetter war aber ohnehin nicht viel mehr möglich. Noch zwei Tests auf der Bahn und erst dann zählt es beim Läuferzehnkampf in Mühlhausen. Die den Ostereiern zu verdankenden zwei Kilogramm dürfen bis dahin auch wieder runter.
| City-Lauf Saarbrücken | ||||
| Ort/Datum: | Saarbrücken, 07.05.2011 | Distanz: | 10 km | |
| Startnummer: | #388 | Zeit: | 36:44 | |
| Platzierungen: | 3. von 17 (AK), 11. von 265 (Gesamt) | |||
| Veranstalter: | http://www.schlaucomsaar05.de/ | |||
| Ergebnisse: | http://www2.your-sports.com/details/index.php?p... | |||
| Besten Läufe über 10 km | ||||
| 24.07.2011 | 1. Coca-Cola Straßenlauf | 35:09,60 (3:31) | ![]() |
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| 19.06.2011 | 2. City-Lauf Kaiserslautern | 35:46,70 (3:35) | -0:37 | |
| 05.06.2011 | 3. Läuferzehnkampf | 35:59,52 (3:36) | -0:50 | |
| 26.03.2011 | 4. Rund um den Wasserturm | 36:10 (3:37) | -1:01 | |
| 07.05.2011 | 5. City-Lauf Saarbrücken | 36:44 (3:40) | -1:35 | |

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