Laufhannes Laufblog: Lauf, Hannes! Hannes der Laufhannes Krafttraining für Läufer Garmin Forerunner 305 Runningman 2008 Kiellauf 2008

Saisonplanung

„Planung der Trainingsphasen im Jahresverlauf“
„Zu dem Saisonende und Saisonanfang kann ich nicht viel zu beisteuern. Wenn Du mal bei Gelegenheit einen Blogbericht darüber verfassen möchtest? Details zu dem Läuferjahr würden mich schon interessieren.“
Quelle: Kommentar von Sinusläufer
Saisonanfang, -ende, -planung, -höhepunkt ... Winterpause, Ruhephase ... Saisonplanung, Wettkampfplanung, langfristiger Trainingsplan - für den Genussläufer oder Standardläufer sind das wohl eher unbekannte und uninteressante Begriffe. Man kann schließlich laufen, wie man gerade möchte, ohne langfristigen Plan. Wenn sich zwischendurch ein Volkslauf anbietet, so nimmt man den vielleicht gerne mit. Das funktioniert auch so.

Warum eine Saisonplanung?

Obiges behält sicher für einige Läufer recht. Wer nicht an Wettkämpfen teilnimmt und keinerlei besonderen Ziele hat, wird eine genauere Saisonplanung nicht benötigen. Wer hingegen Ziele hat, wie zum Beispiel einige Volksläufe, der kommt um eine Saisonplanung kaum herum. Nach den Läufen und zum Beispiel einem Marathon im Herbst ist es wichtig, dem Körper nach der harten Vorbereitung und dem Saisonhöhepunkt Ruhe zu gönnen. Der Körper kann nicht über 12 Monate am Limit arbeiten. Unter Umständen sind in der vorherigen Phase leichte Verletzungen entstanden, die gar nicht bemerkt werden. Wer stur und hart weiter trainiert, kann leicht Ermüdungsbrüche erleiden. Außerdem ist die Bedeutung der Abwechslung nicht zu vernachlässigen. Wenn man durchgehend das Gleiche macht, kommt schnell Langeweile auf - so auch beim Lauftraining. Daher ist es sinnvoll, die Saison in mehrere Phasen zu gliedern.

Einteilung der Saison

Auf welche Art und Weise eine Saison aufgeteilt wird, muss jeder selbst entscheiden. Wichtig ist, wie auch bei den einzelnen Trainingstagen, dass sich Belastung und Erholung abwechseln. Vor den ganzen Wettkämpfen kommt üblicherweise eine längere, teilweise recht harte Vorbereitung, gefolgt von dem einen oder auch mehreren Wettkämpfen, an dessen Ende meist der Saisonhöhepunkt, zum Beispiel ein Frühjahrs- oder Herbstmarathon, liegt. Anschließend sollte eine Ruhephase liegen, bevor man sich wieder in die Vorbereitungsphase begibt.

Winterpause?

Aufgrund der üblichen Wetterbedingungen finden die meisten Läufe meist im Frühjahr und im Herbst statt, wenn es weder zu warm noch zu heiß für die Wettkämpfe ist. Dadurch bietet es sich an, die Saisonhöhepunkte in diese Zeiträume zu legen. Dazu kommt noch, dass wegen des kühlen, grauen Wetters im Spätherbst und Winter gerne die Motivation verloren geht. Es bietet sich an, eine große Ruhephase in die Wintermonate zu legen. Das bedeutet jedoch nicht, dass man den Winter über die Laufschuhe nicht schnürt. Jeder muss für eine solche Ruhephase sein eigenes Maß finden. Für manche mag es bedeuten, vier Wochen komplett auf das Laufen zu verzichten, während andere lediglich die Tempoeinheiten weglassen.

Geht die Form verloren?

Natürlich geht in dieser Ruhephase die Form ein wenig verloren. Anschließend bietet sich einem aber noch genügend Zeit, um die Form bis zu den Wettkämpfen wieder aufzubauen. Man muss vor allem daran denken, was ohne eine solche Ruhephase wäre. Man mag sich zwar vorstellen, dass man immer weiter trainieren muss, um die Form nach oben zu treiben, doch irgendwann ist Schluss, dann kommen die Sehnen und Gelenke nicht mehr hinterher - Verletzungen sind die Folge, womit schließlich erst recht die Form verloren wäre. Eine solche Ruhephase ist dementsprechend lediglich das geringere Übel.

Fazit

Jeder muss selbst wissen, ob für ihn eine solche Saisonplanung sinnvoll wäre und wenn ja in welchem Maße. Für die meisten genügt es vermutlich, sich für den Spätherbst einige ruhige Wochen vorzunehmen, wenn die nicht ohnehin aufgrund fehlender Motivation entstehen. Einer Sache sollte man sich aber auf jeden Fall bewusst sein: Das ganze Jahr über mit voller Leistung zu trainieren, kann schmerzhaft enden.

Siehe auch

20 Kommentare Kommentare





Erlaubt: <strong>, <small>, <em>, <u>, <a href="...">
Antworten 1
huobaere huobaere
Am 22.11.2009 um 07:32 Uhr
Die lehrreichen, informativen und überaus wichtigen Informationen kann ich nur vollinhaltlich unterstreichen. Es werden auch immer mehr, weil man immer mehr eigene Erfahrungen einbringt. Z.B. jene zu Verletzungen! Gell?
Du hast in allen Punkten Recht! Nur wenigen (Hobbyläufern) gelingt es sich daran zu halten! Ich glaube ich hab heuer genug getan und werde (spätestens) nach dem Adventlauf (letzter Wettbewerb) ein wenig leiser treten!
Danke jedenfalls für deine Tipps, die man mehrmals lesen und beherzigen sollte - Reinhard
Antworten 2
unimatrix_zero unimatrix_zero
Am 22.11.2009 um 08:11 Uhr
Ich kann mch auch nur anschließen, habe ich doch in der Saison 2008/ 2009 voll durchgezogen ohne Plan und nur mit dem Ziel Leistung Leistung, kam der Einbruch dann mitte 2009 und das ganz Vehement. Leistung im Keller, Übertrainiert, Psyche angeschlagen. Dieses Tal kannman wohl links liegen lassen wenn man ordendliche und realistische Planungen ansetzt.
Wir sind halt keine Maschinen
Meine Eckdaten und Ziele für 2010, sind geplant und gesteckt und ich werde sie realisieren!
Antworten 3
Marcus Marcus
Am 22.11.2009 um 09:11 Uhr
Sehr interessant, Hannes! Ein schönes Beispiel, wie unterschiedlich man die Laufwelt betrachten kann. Auf mich selbst trifft davon nichts zu, eine Saisoneinteilung nehme ich nicht vor, Pausen erst recht nicht, Ruhephasen existieren nicht - dennoch finde ich es spannend zu lesen, wie andere Läufer das praktizieren.

Na dann, gute Erholung - und einen schönen Sonntag!
Antworten 4
Pienznaeschen Pienznaeschen
Am 22.11.2009 um 11:19 Uhr
Ich glaube es ist immer die Frage was man denn überhaupt erreichen will und je höher die Ziele liegen, desto mehr muss man planen und sich einen Schlachtplan zu recht legen. Ohne Fleiß kein Preis wobei da ja trotzdem immer noch der Spaß ist, gell ;) Ruhephasen und Regeneration kann wohl jeder mal gebrauchen und ich musste eben schmunzeln als ich las, das diese Phase sich mit der mangelnden Motivation im Winter allein einstellen kann ... ;)
Antworten 5
bo58 bo58
Am 22.11.2009 um 16:38 Uhr
Das ist ganz richtig so. Der Körper braucht Ruhe und Erholung. Er braucht aber auch Bewegung und frische Luft. Ganz wichtig ist es, Umfang und Intensität zu reduzieren. Eine vollständige Laufpause würde ich nur bei einer Verletzung machen.
Antworten 6
logger logger
Am 22.11.2009 um 18:49 Uhr
Warum sollte ich eine Pause machen, wenn Laufen doch soviel Spaß macht ;-)
Antworten 7
lustamlaufen lustamlaufen
Am 22.11.2009 um 19:27 Uhr
Gut geschrieben, Hannes.
Ohne Planung drödelt man doch nur so vor sich hin.
So kriegt das Jahr Struktur und der Trainingsplan für den Wettkampf ist sowieso unabdingbar.
Allerdings sollte er nicht das Mass aller Dinge sein, kein Zwang.
Viel zuviele haben verlernt auf die Signale ihres Körpers zu achten und trainieren auf Teufel komm raus drauflos.
Dann kommen Verletzungen, Unlust, Frust und der Spass am Laufen ist dahin.
Und das sollte nicht sein !!
Laufen macht Spass!!!!
Laufen ist Lebensfreude pur!!
Laufen ist gesund !!

Und das möglichst das ganze Leben lang!!
Antworten 8
Marek Marek
Am 22.11.2009 um 19:37 Uhr
So isses Hannes, ohne vernünftige Planung lassen sich Ziele einfach nicht realisieren. Zumal man ja jede Saison besser werden will :-) Der Dezember bietet sich an für einige ruhige Tage, aber ganz werde ich das Laufen auch nicht sein lassen. Hab ja noch zwei Wettkämpfe auf dem Plan.
Antworten 9
Chris Chris
Am 22.11.2009 um 20:54 Uhr
Je länger je weniger plane ich. Aber eine grobe Jahresplanung habe ich schon. Aber nur im Kopf. In meinem Alter wirft so vieles das Ganze wieder über den Haufen, dass es flexibel sein muss...
Jetzt über den Winter trainiere ich voll nach Lust und Laune. Wenn mich ein Langer reizt, laufe ich ihn, wenn nicht, mache ich was schnelles Kleines. Oder ich laufe einfach los und entscheide an der nächsten Kreuzung, welche Runde ich machen.

Etwa zwei Monate vor meinen Halbmarathons ist mein Training recht genau geplant. Das reicht mir dann wieder für ne Weile....
Antworten 10
Hannes Hannes
Am 22.11.2009 um 21:44 Uhr
@huobaere:
Der vielleicht schwerere Schritt ist schließlich wirklich, nicht nur die Empfehlungen zu akzeptieren, sondern sich nachher wirklich danach zu richten.
Danke für dein Lob!

@unimatrix_zero:
Die meisten, die einmal voll durchgezogen haben, werden die Probleme wohl erlebt haben. Doch selbst das ist nicht immer Lehre genug.

@Marcus:
Ich danke dir! Auch an dich habe ich gedacht, als ich oben die Hinweise hinzugefügt habe, dass es eben nicht für jeden gilt. In Einzelfällen mag es funktionieren. Die allermeisten würden aber scheitern, wenn sie (vor allem blind) deinem Verhalten folgen würden.

@Pienznaeschen:
Ohne Fleiß kein Preis - und zu dem Fleiß gehört es für einen Läufer auch, dem Körper ausreichend Erholung zu bieten, so schwer es bei dem ganzen Ehrgeiz manchmal sein mag.

@bo58:
Die komplette Pause mag sich zum Beispiel bei Leistungssportlern anbieten. Denen kommt es sicherlich entgegen, wenn sie einen Monat mal komplett abschalten können.

@logger:
Das sollte ja eigentlich oben ersichtlich sein ;)

@lustamlaufen:
Danke!
Ich ertappe mich inzwischen selbst dabei, wie mir mein Trainingsplan fast egal ist. In der letzten Woche habe ich kein Training nach Plan absolviert.

@Marek:
Bei dir wäre dann vielleicht nach Silvester die Zeit für eine kleine Pause? (Und damit meine ich nicht die kurze Erholung nach einer durchfeierten Silvester-Nacht x))

@Chris:
Eine solche Frei-Schnauze-Phase ist toll. Solange man auch nicht bereits vor Ehrgeiz die ganze Zeit mit den Beinen zappelt, dürfte man dabei insgesamt auch locker genug trainieren.
(Auf etwas richtig Schnelles hätte ich auch mal wieder Lust x))
Antworten 11
Brennr.de Brennr.de
Am 23.11.2009 um 00:56 Uhr
Du hast vollkommen Recht, dass eine Saison geplant werden muss, wenn man ambitionierter läuft bzw. gewisse Ziele hat. Bei der Anzahl der Wettkämpfe sollte man es jedoch nicht übertreiben, denn die Regenerationsphasen zwischen den Wettkämpfen sind wichtig. Und selbst wenn alles perfekt geplant ist, kann es schnell ganz anders kommen, wenn z.B. der Körper Probleme hat. Dies sollte man dann auch auch akzeptieren. Ich habe das im Juni nicht getan und bezahlte dafür mit einer Verletzung, mit der ich mich heute noch rumschlage. Eine Planung macht Sinn, doch man sollte nichts erzwingen, wenn der Körper Signale gibt. Ich werde für 2010 wohl 2-3 Wettkämpfe fest einplanen, die ich auch bestmöglichst absolvieren möchte. Der Rest ist just for fun. Mal sehen, wie es läuft. Im Sommer und im Winter werde jedenfalls ich einen Gang zurückschalten.
Antworten 12
Evchen Evchen
Am 23.11.2009 um 08:39 Uhr
Ein schöner Bericht. Danke, Hannes!
Klar habe ich schon mal im Groben davon gelesen, aber es aus "1. Hand" von einem Läufer zu lesen, ist viel spannender und...setzt sich eher. :-)
Antworten 13
ultraistgut ultraistgut
Am 23.11.2009 um 12:42 Uhr
Da bin ich wohl wieder eine Ausnahme, ich plane nicht, ich laufe und melde mich , so mir danach ist, noch rechtzeitig an, wer weiß, was nächstes Jahr sein wird. Möchte zudem nichts erreichen, sondern nur laufen, eben ab und an - einfach nur so.
Antworten 14
Gerd Gerd
Am 23.11.2009 um 19:33 Uhr
So eine richtige "Saison" habe ich eigentlich nicht. Ich möchte das Laufen eher ganzjährig genießen. Ich setze mir dann und wann ein Highlight und versuche dort fit zu sein und ein bisschen darauf hinzutrainieren.
Aber Saison ist das ganze Jahr!
Antworten 15
Andy Andy
Am 23.11.2009 um 21:14 Uhr
Hallo Hannes! Dein Beitrag ist sehr interessant und kommt gerade gelegen, da ich langsam anfange das kommende Jahr zu planen, Wettkampf- wie auch Trainingsmäßig.
Antworten 16
Hugo Hugo
Am 24.11.2009 um 08:20 Uhr
Hei Hannes,
Das sind wirklich sehr gute Gedanken zur Saisonplanung. Ich beschäftige mich jeweils kurz nach meinem letzten Wettkampf mit der neuen Saison. Dabei verplane ich auch schon das ganze Jahr und versuche mein Training danach auszurichten.
Wie du richtig feststellst, muss bei der Planung auf genügend Erholungszeit geachtet werden.... was ich persönlich ein bisschen vernachlässige.

Viele Grüsse
Hugo
Antworten 17
Mario Mario
Am 24.11.2009 um 08:39 Uhr
Schöner Artikel, dem es fast nichts hinzuzufügen gibt. Allenfalls der Hinweis, dass vollständige Pausen über einen längeren Zeitraum eigentlich für niemanden sinnvoll sind. Man braucht bekanntlich in der Regel die doppelte Zeit, um wieder an den alten Fitnesszustand heranzukommen. Und dies ist gerade unter dem Aspekt der die Gesundheit fördernden Wirkung des Ausdauertrainings nicht sinnvoll. Für alle, die irgendein läuferisches Ziel im Auge haben - und sei es nur die Überwindung einer Streckenlänge, ist der ruhige Winteraufbau ohnehin das beste Mittel der Wahl. Denn Verletzungen entstehen gerade dann gerne, wenn man nach längerer Pause, vielleicht noch mit Übergewicht, plötzlich wieder voll einsteigt.
Antworten 18
Torsten Torsten
Am 24.11.2009 um 12:39 Uhr
Ich bin einer der eher planlos durchs Jahr läuft. Das einzige Ziel das ich mir setze ist 10km unter 50 Minuten zu laufen. Dabei ist es aber egal ob es im Wettkampf oder im Training passiert.
Es ist aber schon interessant zu lesen wie ambitionierte Läufer ein Jahr durchplanen.
Antworten 19
salli salli
Am 24.11.2009 um 13:33 Uhr
Sehr schöner Beitrag.
Wer ehrgeizige Ziele verfolgt, der wird um eine vernünftige Planung nicht herum kommen.

Abgesehen davon, macht so eine Planung doch auch Spaß, oder?
Ein bisschen von den kommenden Läufen träumen... ;-)
Antworten 20
Hannes Hannes
Am 24.11.2009 um 13:52 Uhr
@Brennr.de:
Das klingt gut. Man muss aus den Fehlern lernen.
Wir tun unser bestes.

@Evchen:
Das freut, danke! Du hattest inzwischen aber genug Regeneration, werde bald wieder richtig fit ;)

@ultraistgut:
Mit so viel Lauferfahrung kann man sich das leisten, ganz sicher.

@Gerd:
Vorausgesetzt, der Körper spielt mit. Hoffentlich macht deiner das bald mal wieder so richtig.

@Andy:
Es freut mich, wenn ich damit jemandem helfen kann!

@Hugo:
Hoffentlich gelobst du nun Besserung ;)

@Mario:
Ich glaube, in unserem Leistungsbereich sind wir alle so verliebt in das Laufen, dass wir von alleine auch gar keine so lange Pause einlegen wollen. Bei den Profis mag es anders sein - aber da sagen die persönlichen Trainer dann auch, was gut ist und was nicht.

@Torsten:
Natürlich, wer das Jahr über keine fordernden Höhepunkte hat, der muss sich danach auch nicht erholen. Hoffentlich packst du dein Ziel auch so!

@salli:
Oh ja, die Planung und auch das Führen des Lauftagebuchs bringen mir unheimlich viel Spaß, das ist einfach genial :)

Transparent 19. Kiel-Lauf 2006 20. Kieler Hochbrückenlauf 2007 19. Eckernförder Stadtlauf 2007 (10 km LM) 3. Ostufer Fischhallen-Lauf 2007 Firmenlauf Schleswig-Holstein 2007 7. Flintbeklauf 2007 Kieler Woche Lauf 2007 (24. Schülerstraßenlauf) 3000m-Lauf in der Schule 20. Kiel Lauf 2008 21. Kieler Hochbrückenlauf 2008 6. Sparkassen Ostseelauf 2008 Kieler Woche Lauf 2008 (25. Schülerstraßenlauf) 21. Kiel-Lauf 2008 1. Lübeck-Marathon: Hauptsache ankommen! Lübeck-Marathon 2008: 3:23:56 Lübeck-Marathon 2008: 3:23:56