Runtastic scheint zu wissen, was die Läufer wollen - sonst würden wohl kaum so viele Läufer die Runtastic-Apps auf ihren Smartphones nutzen. Nach der Ankündigung einer neuen, eigenen GPS-Uhr hatte ich mich entsprechend gefreut. Nach einigen E-Mails und langen Wartezeiten konnte ich die neue Uhr nun für eine Woche testen.
Die Uhr
Optisch wirkt die Uhr gut, auch wenn das eigentlich große Display aufgrund der mickrigen Auflösung nur recht wenig darstellen kann. Viele Menüpunkte erscheinen nur abgekürzt - eine Freude für Rätsel-Fans.

Runtastic GPS Sportswatch (rechts) und Ultrasport-Uhr (links)
Verblüffend allerdings, wie bereits von einigen beim ersten Bild vermutet, die Ähnlichkeit zu anderen Uhren. Zusätzlich zum Runtastic-Handbuch kommt das "Owner's Manual" für den NAV Master, den es wohl bei Amazon auch als Ultrasport GPS-Pulscomputer oder NavGear GPS-Fitnessuhr gibt. Die Hoffnung auf einen echten Garmin-Konkurrenten ist schnell begraben.
Funktionen
- Aufzeichnung: Zeit, Distanz, Geschwindigkeit, Herzfrequenz, Höhe
- Runden (mit Autolap)
- konfigurierbare Anzeigefenster (3 Daten pro Bildschirm)
- Kompass, Wegpunkte
- 12 Stunden Akkulaufzeit im GPS-Modus
- Coming soon: Indoor Sessions, autom. Facebook/Twitter share, MAC-Software, ...
Vergleich mit dem Forerunner
Der GPS-Modus kann zum Akkusparen deaktiviert werden und wie beim Forerunner dauert es dann seine Zeit, bis die Satelliten gefunden worden. Dann kann es losgehen. Autolap funktioniert und man kann bequem zwischen verschiedenen Anzeigebildschirmen wechseln. Im Handling zeigt sich die Uhr, wie man sie sich wünscht. Was die Verwendung beim Laufen betrifft, also kaum Unterschiede zum Forerunner.
Programmierbare Intervalltrainings sind aber nicht möglich und eine ordentliche Kartendarstellung vermisst man gänzlich. Wegpunkte können zwar theoretisch auf die Uhr geladen werden (bis zu 99 Stück), aber ein einfaches Routenablaufen wie bei der Kombination Forerunner + gpsies.com ist nicht praktikabel. - Features, die man nicht vermissen würde, wenn man sie nicht vom Forerunner kennen würde.
Auswertung
Bei der Auswertung zeigt sich der Vorteil der Runtastic-Version dieser Uhr. Nach Download und Installation der entsprechenden Treiber kann nach Registrierung auf runtastic.com das Training am Computer über USB direkt in das Runtastic-Portal hochgeladen werden und auch die verschiedenen Bildschirmanzeigen lassen sich hier bequem konfigurieren.

Runtastic GPS Sportswatch: Auswertung
Der Pulsgurt hatte in meinem Fall in den ersten fünf Minuten starke Probleme und auch die Distanz hat sich hier um 100 Meter unterschieden. Am Ende hat der Forerunner 7,99 km, die Runtastic-Uhr 7,84 km und das Portal zeigt mir 7,61 km an. Die Höhendaten sind wie erwartet nicht zu gebrauchen und auch im Portal wird keine Korrektur vorgenommen.
Das Portal selbst wirkt wie eine typische Web2.0-Sport-Community. Etwas aufgeräumter als andere Konkurrenten, aber eben eine typische Community. Wer für sich alleine trainieren möchte, sollte nicht durch die Uhr dazu gezwungen werden.
Fazit
Obwohl die Uhr für den Februar angekündigt wurde, lässt sich auch jetzt nichts außer Pressemitteilungen und Berichte anderer Tester finden. Wie teuer die Uhr wirklich ist, steht also weiterhin in den Sternen. Der verspätete Verkaufsstart passt ein wenig zur ganzen Erscheinung: Ein kurzerhand zusammengetackertes Handbuch, das diesen Namen kaum verdient, viele Funktionen mit dem Zusatz "coming soon" und der allgemeine Eindruck, lediglich eine bestehende Uhr mit dem runtastic-Logo versehen zu haben.
Immerhin lässt sich die Uhr recht intuitiv bedienen und die Auswertung auf runtastic.com macht einen guten Eindruck. Mehr als 100 € sollte man meiner Meinung nach aber nicht dafür ausgeben müssen.







































Was ich mich damals schon gefragt habe, war die Art der Integration der Uhr in das Portal. Danke für die Ausführung. Die Integration dürfte dann ja problemlos sein. Hast du eine Ahnung wie die MacOSX-Kompatibilität aussieht?
Der Wunsch nach einer GPS-Uhr unter 100 Euro denke ich bleibt unerfüllt. Wenn man bedenkt, dass qualitativ wertigere Uhren mit Sensor schon in diesem Preisbereich liegen, kann ich mir so ein "Billigangebot" nicht vorstellen. Vor allem nicht, wenn sie auch noch den Namen auf der Uhr stehen hat. Schafft es runtastic trotzdem die Uhr im Niedrigpreis-Segment anzubieten, kann ich mir vorstellen, dass die Uhr a) ein guter Einstieg in die GPS-Welt ist und b) auch vom Markt angenommen wird. Schließlich steckt da ja, dank Apps und Plattform schon eine wachsende Marke dahinter.