Das gute Gefühl, es war da. Als einer der Letzten bin ich in die Startaufstellung geschlüpft und muss dennoch weitere Minuten warten. Ungewohnt langsam geht es nach dem Startschuss vorwärts. Die Dame vor mir scheint in Gedanken bereits beim Mittagsschlaf zu sein. Irgendwie findet aber auch sie den Weg hinab. 250 Meter, bevor es auf der neuen Streckenführung nach links geht. Ein Kilometer auf breiter Straße, ungünstig für den Start. Selbst im fast lockeren Tempo von 4:00, für meinen Start optimal, überhole ich bereits die Schnellstarter.

Danach läuft es fast wie von selbst. Langsam arbeite ich mich im Feld voran, habe bekannte Gesichter im Blick, die das gesuchte Tempo laufen sollten. Der Wind schiebt uns an und acht Grad genügen, damit mir schnell warm wird. Drei Kilometer in 11:40. Passt wunderbar. Die linke Wade ist zwar bereits etwas hart, aber so wichtig ist das ja nicht. Einen Kilometer später geht es hinaus auf die Mole. Das Windschattenspiel beginnt. Schön gedeckt laufen, neben mir die spätere Zweite der Frauen, kämpfend. Die anderen scheint der Wind zu quälen, sodass ich nach vorne aus der Gruppe laufe.
Bin ich von der Nordsee schlimmeres gewohnt oder könnte ich einfach so viel schneller sein? 
Zwischenzeiten - mit Blick auf den Streckenverlauf absolut im Soll
Nach der Wende wird es einfacher: Der Wind schiebt an. Zeit zum Durchatmen. Ein Becher Wasser ins Gesicht und weiter. Vier Kilometer fehlen, vier anstrengende Kilometer. Kurvig, Kopfsteinpflaster und zum Schluss ein paar Höhenmeter. Ein Blick auf die Uhr und ich laufe höchstzufrieden weiter. Selbst wenn ich den Rest im 4:00er-Schnitt laufe, steht die Bestzeit. Heimlich schleicht sich das Grinsen auf das Gesicht, während ich die Fischhalle durchquere, mich von der Samba-Band anfeuern lasse und auf dem Kopfsteinpflaster Tempo heraus nehme. Dann die Schlusssteigung, Bestzeit in der Tasche und eine 38er-Zeit unerreichbar. Dennoch fliege ich hinauf, noch an vier Läufern vorbei. Schlusskurve, ausgebreitete Arme und ausnahmsweise kein Zielsprint. Genießen heißt das Zauberwort.

Offiziell ist es am Ende eine 39:23, 21 Sekunden schneller als die bisherige Bestzeit und anderthalb bis zwei Minuten vor den
Gesichtern von der Mole. Dazu der 21. Gesamtplatz und der 7. Platz in der Altersklasse. Im Ziel kann ich auch noch
Daniel zum zweiten Platz in der Gesamtwertung gratulieren.
So sieht es aus, wenn etwas gelingt.
Statistik:
Siehe auch
am 16.05.2010 um 18 Uhr