
Auch Monster essen Eis!
Das breite Grinsen hingegen entsprach aber Wahrheit - und das nicht ohne Grund, denn mein Resultat vom Bahnlauf am Freitag Abend kann ich selbst jetzt nicht glauben. Bevor es für mich mit deutlicher Verspätung los ging, konnte Christian, der mich beim Warmlaufen begleitete, bereits seine neue 5-km-Bestzeit feiern.
20:42 Uhr, 16 Mann, zwei Frauen, viele Spikes und sogar Kompressionssocken (für läppische fünf Kilometer). Unter 19 war die offizielle Vorgabe für diesen Zeitlauf, 18:44 (offizielle Bestzeit) bzw. 18:42 (letzten 5 km der Pfalzmeisterschaft) die Pflichtaufgabe, 18:30 das Ziel und unter 18:20 der Wunsch. Ein Wunsch, der - wie bereits zuletzt - mit einem zurückhaltenden Start realisiert werden sollte.
Startschuss, die Meute flüchtet und ich verbringe die ersten 400 Meter am Ende des Feldes. Ich halte mich zurück, überhole langsam, grinse zu Eva und Christian und kontrolliere mein Tempo. 3:34. Flott. Zu flott? Wenn der Anfang gemacht ist, geht es ans Eingemachte. Das Tempo zu halten und die gesamte Strecke konzentriert zu sein, ist die hohe Kunst. Doch ich habe ein Ziel vor mir. Schritt für Schritt, Läufer für Läufer kämpfe ich mich voran, lasse mich ziehen und habe immer den nächsten im Blick.
Immer wieder auf der Geraden schreie ich mich gedanklich selbst an. "Komm, zieh! Weiter! Los! Den nächsten! Schnapp ihn dir! Hopp! Schaffst du, komm!" Runde für Runde - und es wirkt. Ich schließe zur nächsten Gruppe auf, setze mich vor sie und laufe davon. Die ersten drei Kilometer in 10:47 und der Kopf rechnet. 3:36er-Schnitte, macht eine 17:59 hochgerechnet. Wahnsinn. Durchhalten.
Der vierte Kilometer der langsamste, doch dann geht es los. Die letzten Kräfte werden gesammelt, zwei Runden noch vor mir. Ein Jüngling im Blick, vielleicht 50 Meter vor mir. "Bis zum Ziel gehört der mir!" Hinter mir das gleiche Spielchen. Mit einem halben Ohr höre ich, wie mein Verfolger mich zur Strecke bringen soll.
Nicht mit mir.
Noch 400 Meter. Letzte Runde. In letzter Sekunde macht der Sieger direkt vor mir Platz. Die Kraft hätte zum Wegschubsen nicht mehr gereicht. Der Puls absolut am Limit und ich weiß, dass ich noch nicht beschleunigen darf - ich würde die Ziellinie nicht erreichen. Hinter mir höre ich die Trampelschritte, will es nicht zulassen und kann doch nicht schneller. Zweihundert Meter. So ein winziges Stück. Das Trampeln wird lauter. Es darf nicht wahr sein. Ich gebe alles, will ihn nicht vorbei lassen und sehe stattdessen vor mir meinen Endgegner.

Ein kontrollierter Bahnlauf mit starkem Finish
100 Meter - und die Sau tritt auch noch einmal an. Ich hatte es ihm nicht mehr zugetraut, hebe den Finger und schreie ihn zum Glück nur gedanklich an. Nicht mit mir. Endspurt, als wäre ich gerade erst gestartet. "Vergiss es, mein Lieber, du hast keine Chance!" Vergessen sind die Gedanken um den Puls. Einfach nur rennen. Die Uhr im Blick, noch unter 17:50. Zielmatte - und ein Schrei. Ein lautes "Jaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaa!".
- Mehr muss ich dazu eigentlich nicht sagen. Konstant gelaufen, am Ende selbst den Hammer geschwungen und damit die persönliche Bestzeit mit 17:47 um geniale 57 Sekunden verbessert. Glücklich wäre untertrieben.
Statistik:
| Bahnvolkslauf Neuwied | ||||
| Ort/Datum: | Neuwied, 06.08.2010 | Distanz: | 5.000m | |
| Startnummer: | #853 | Zeit: | 17:47 | |
| Platzierungen: | 1. von 3 (AK), 6. von 93 (Gesamt) | |||
| Veranstalter: | http://www.bahnvolkslauf.de/ | |||
| Ergebnisse: | http://www.springer-sport.de/Bahnvolkslauf2010.... | |||
| Besten Läufe über 5.000m | ||||
| 04.03.2012 | 1. Auwaldlauf | 16:32 (3:18) | ![]() |
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| 10.06.2011 | 2. Deichlauf | 17:09 (3:26) | -0:37 | |
| 04.06.2011 | 3. Läuferzehnkampf | 17:09,11 (3:26) | -0:37 | |
| 06.08.2010 | 4. Bahnvolkslauf Neuwied | 17:47 (3:33) | -1:15 | |
| 01.11.2010 | 5. Hockenheimringlauf | 17:56 (3:35) | -1:24 | |

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