» Verpflegung beim Ultramarathon - Ein Selbstversuch

„Was ist die richtige Verpflegung bei einem Ultramarathon?”

Als Ultramarathon werden Distanzen von mehr als 42,195 km bezeichnet. Ein echter Ultra beginnt aber erst jenseits der 50 Kilometer. Was den Energiebedarf betrifft, stellt ein solcher Ultra deutlich mehr Anforderungen an den Körper als ein normaler Marathon. Der Vorteil dafür: Meistens ist man deutlich lockerer unterwegs und hat auch kein Problem damit, eine längere Pause einzulegen.

Wie man es nicht macht

Mein erster Ultra: 28. Juni, Halbfinale des Laufspiels. 27 °C, Sonne pur. Distanz: 49 km.
Verpflegung: Müsliriegel. Ein Liter Frubiase Sport und ansonsten Leitungswasser.

Bei der Verpflegung kann man bereits vermuten, wie der Lauf für mich ausgegangen ist. Wie ich auf die Idee gekommen bin, mit der Verpflegung den Lauf zu durchstehen? Ich weiß es nicht. Da ich eine Woche zuvor rund 39 km mit der Verpflegung (bei höchstens 20 °C und Regen) überstanden hatte, wurde ich wohl übermütig.

Die Folge: Ab Kilometer 40 ging nichts mehr. Spätestens jeden zweiten Kilometer habe ich versucht mich im Schatten zu erholen. Während es den Beinen gut ging, war der Körper völlig leer. Kein Salz, kein Zucker. Die Fehler sind offensichtlich.

Wie man es schon eher macht

Mein zweiter Ultra: 1. Juli, Finale des Laufspiels. 23 °C, meist bewölkt. Distanz: 68 km.
Verpflegung: Müsliriegel, Gels, kleine Brezeln, Rosinen, Bananen. Salz- und Magnesiumtabletten, Mineralwasser, Bananensaft, Eistee.

Die Distanz sollte nun deutlich weiter sein (ich hatte auf bis zu 87 km gehofft), aber ohnehin hatte ich aus den Fehlern am Donnerstag gelernt. Salz- und Magnesiumtabletten, salzige Nahrung und auch Zucker waren in Mengen in den Rucksäcken verstaut.

Pausen wurden fast alle fünf Kilometer eingelegt und bereits nach 15 Kilometern das erste Gel genommen. Wie sagt man immer: Wenn man hungrig/durstig ist, ist es schon zu spät. Doch vor allem die Versorgung mit Salz, den Mineralien, ein paar Vitaminen und Zucker war enorm wichtig.

Die Folge: Ich habe den Lauf bestens überstanden. Während die Oberschenkel muskulär eigentlich schon von Beginn an schwer waren, war im Körper über den ganzen Tag genug Kraft vorhanden. Wenn es nur darum gegangen wäre, hätte ich auch noch deutlich weiter laufen können.

Über einen perfekte Ultramarathon oder die optimale Verpflegung kann ich nicht reden, dazu fehlt mir dann doch noch die Erfahrung. Ich kann aber bestätigen, dass der Körper einerseits bei einer solch langen Belastung die Versorgung mit den entsprechenden Mineralien bitter nötig hat und dass der Körper so viel Verpflegung gut aufnehmen kann.

Wenn man vorher davon hört, was einige Ultraläufer unterwegs so alles essen können, mag man es kaum glauben. Aber es stimmt. Langsam laufen und viele Pausen machen, dann kann man auch vieles in sich hineinstopfen, ohne dass der Körper sich beschwert.

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7 Kommentare

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antworten #1 Hendrik 20.07.2012, 17 Uhr
Hendrik
Welche Gels nutzt du? Irgendwelche Gourmet-Tipps? ;-)
antworten #2 Martin 24.07.2012, 17 Uhr
Martin
Ich sags ja-das ist das schöne am Ultralaufen! Du kannst futtern ohne Ende :-) Und das mit den Minaeralien hast du ja selber gemerkt.
antworten #3 Simon 27.07.2012, 11 Uhr
Simon
Ich bin zwar selbst nicht so der Läufer, aber mache auch sehr lange Distanzen, nämlich auf dem Rad. Hier geht es schon mal über 200km. Da ist auch eine gute Verpflegung sehr wichtig. Ich nutze meistens Gels und Riegel. Hier schmeckt mir Powerbar am besten. Denke aber dass die alle mehr oder weniger gleichwertig sind. Wichtig ist von Anfang an sich gut zu versogen. Gegen Ende erst anfangen bringt nichts.
antworten #4 Marcel 27.07.2012, 13 Uhr
Marcel
Wahnsinn, echt geiles Ding und mein Respekt. Ich geh im August erstmal beim Urbanathlon spielen ;)

Wo bist du gelaufen?
antworten #5 Chris 27.07.2012, 16 Uhr
Chris
Da musst du ja schon bald ein halbes Frühstücksbuffet mitnehmen... :-))
antworten #7 Franco 23.10.2012, 21 Uhr
Franco
Coole Geschichte. Besser zu viel zu essen mit als zu wenig. Da kommen mir Erinnerungen hoch an einen Hallen Ultramarathon bei uns. Nicht wirklich viel gegessen und dannach sah ich aus wie eine Leiche ;)
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