Heute gab es dann den Test, ob das Training gewirkt hat, auch wenn sich das anhand weniger Trainingstage schwer beurteilen lässt. Doch auch gerade weil seit letztem Dienstag, an dem ich 6-mal 1.000m in 3:44 laufen sollte, nur eine Woche vergangen ist, war ich auf das heutige Training gespannt. Dank zuletzt niedriger Pulswerte beim Laufen ordnete mir mein Trainingsplan heute 5-mal 1.000m in 3:37 an. Ein verzweifeltes Lachen huschte über mein Gesicht. Letzte Woche verfehlte ich die Vorgaben mit 3:49 im Schnitt. Heute stattdessen 3:37 - ja ne, geht klar.
Aber gut - Herausforderungen sind dazu da, um angenommen zu werden. Die Uhr wird eingestellt und gemütlich geht es los. Lediglich ein Grad und mäßiger Sonnenschein, doch in ungeahnter Windstille läuft man sich schnell warm. Das Tempo schwebt mir dabei noch durch den Kopf: Ein-, zweimal halte ich das vielleicht durch.
Ich gebe Gas, zu flott, von jenen Gedanken angespornt, wenigstens den ersten 1000er zu schaffen. - In 3:26 fliege ich über den Deich. - In 3:26? Laut keuchend trample ich in der Trabpause an einem Spaziergänger vorbei. Wenn mich das Atmen nicht jede Konzentration gekostet hätte, hätte ich fragen können, ob das hier alles wahr ist oder ob die Phantasiewelt mich geschluckt hat. Es bleibt aber keine Zeit, 400m Trabpause sind schnell vorbei. Zweiter Abschnitt, Gas geben, auf dem Sommerdeich gen Jugendherberge, wieder an zwei Spaziergängern vorbei. Es reicht nur, um kurz die Hand zu heben. 3:37. Puh. Obwohl ich von Durchgang zu Durchgang langsamer trabe, kommen mir die 400 Meter immer kürzer vor. Ich schnaufe. Noch fährt der Hundehalter wie ein flüchtendes Auto von mir fort. Aber keine Frage, den kralle ich mir beim nächsten.
Vor dem fünften 1000er bin ich bereits platt. Zum Glück fehlt für heute nur noch einer. In mir steckt die Energie eines vertrockneten Salatblatts. Ich verschlafe den Start, die Körperhaltung ist krumm, der Rücken schmerzt, die Waden brennen schon längst. Der Mund klebt an allen Ecken und die Lunge sehnt sich nach der ruhigen Atmung eines schlafenden Bärens, während der Bauch eine Schokoladenfüllung fordert. Gleich, gleich habt ihr es geschafft.
Nur die Vernunft bewahrt mich schließlich davor, nicht direkt nach dem letzten Piepen der Uhr jenen schlafenden Bären in der Wiese darzustellen. Stattdessen ziehe ich die Handschuhe aus, krempel die Ärmel hoch und trabe wie ein watschelnder Pinguin in den Ort. Doof nur, wenn man außerhalb wohnt.
Im Schnitt lande ich am Ende bei 3:34 - das habe ich selbst letzten Februar nicht geschafft, als ich in Topform war. Der Osterloop kann kommen.
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Leistungssteigerung beim Intervalltraining

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Am 09.03.2010 um 21:42 Uhr