Übermotiviert, verrückt, viel zu schnell und bald im Übertraining? - Nein. Definitiv nicht. Denn mein heutiger Tempodauerlauf über fünf Kilometer bestätigte nur mein bisheriges Gefühl, dass sich über den Winter im Vergleich zum letzten Jahr viel getan hat.
Mein angesprochenes Leistungshoch ist keine kurzfristige Erscheinung. Wenn ich in mein Lauftagebuch blicke, erkenne ich seit der Marathon-Vorbereitung des letzten Jahres deutliche Veränderungen. Kontinuierliches Training, leichte Gewichtsreduktion, gute Tempoeinheiten und vor allem ein sinnvoll abgestimmtes Training. Jeden zweiten Tag locker laufen mag schön sein, aber das brachte mich nicht besonders weit.*
Mit gutem Training ging es in dieser Woche weiter. Noch immer versuche ich, meine Leistungen richtig einzuschätzen. Schließlich entsprachen meine bisherigen Intervalltrainings nicht den Leistungen meiner Bestzeiten. Die fünf 1.000er-Intervalle lief ich diese Woche in 3:35 - 3:29 - 3:36 - 3:42 - 3:44. Heute folgte mit einem 5 km Tempodauerlauf der nächste Belastungstest. Wie schnell, das sollte sich noch zeigen. Keinesfalls im dunkelroten Bereich, aber trotzdem gerne richtig flott.
Um kurz nach Zwei fand die Sonne bei gemütlichen sieben Grad kleine Lücken in der Wolkendecke und ich machte mich mit meinen Temposchuhen an den Füßen auf die übliche TDL-Strecke nach Brodersdorf und Lutterbek. Nach drei Kilometern piepte der Forerunner - warmlaufen vorbei. Ich zog das Tempo an und wie im Fluss schien ich fast vergessen zu haben, dass es heute fünf Kilometer ohne Pause werden sollten. Dennoch lief ich im Intervalltraining-Tempo die ersten beiden Kilometer leicht bergab in 3:37 und 3:36. Steinigt mich, dachte ich noch. Aber mein Körpergefühl sagte mir, auf leicht abschüssigem Weg ist das erlaubt.
Der Puls blieb dabei unter der 90-Prozent-Grenze. Als die Hälfte geschafft war, begab ich mich auf einem Nebenweg auf den Rückweg. Aus den mittleren Teilen Deutschlands wird über die dann folgenden Steigungen gelacht, aber 10 Höhenmeter machen sich auf der kurzen Strecke bei dem Tempo durchaus bemerkbar. Ich ackerte weiter und es klappte gut, ohne mich vollends zu verausgaben. Das nun (deutlich) langsamere Tempo war aber ohnehin geplant. Ohne eine Ziellinie vor den Augen und mit dem Gedanken, nicht zu übertreiben, verzichtete ich auf eine Tempoverschärfung zum Ende. Die Uhr piepte wieder und ich hatte es geschafft. Wie schnell? - Das war vorerst egal. Ich lief weiter, erholte mich langsam, genoss die Sonnenstrahlen und zog für den letzten Kilometer die Handschuhe aus. Total vollgeschwitzt - meine Sorgenkinder die Hände freuten sich über das warme Wetter.
Erst zu Hause überprüfte ich meine Zeiten. 3.000m-Zwischenzeit: 10:59. Meine zweitschnellste 3.000m-Zeit und nur vier Sekunden hinter der Bestzeit. Für 5 km war das Ergebnis noch erfreulicher: 18:48. 19 Sekunden schneller als beim Flintbeklauf 2007, der meine bisherige Bestzeit stellte. Auch mit einer möglichen GPS-Ungenauigkeit im Hinterkopf macht mich der heutige Tag wieder einmal froh. Trotz einiger Reserven so schnell. So macht mir das Laufen Spaß.
* Um Diskussionen zu vermeiden: Das ist nur mein persönliches Fazit zum Training. Jeder weiß selbst am besten, was er in seinem Training mag und was er möchte. Ich möchte (auch) schneller werden. Und das sinnvollere Training bringt mir auch deutlich mehr Spaß.
» Bestzeit im Training
„Guter Leistungsstand bei 5km-TDL bestätigt”
Dein letzter Satz ist Bestätigung genug, dass es genau richtig war ;-)
Salut
Nee, ehrlich. Super zeit und das schon in der Vorbereitung. Ich bin mir sicher dieses Jahr wird für Dich ein sehr gutes Jahr!
"Gratulation zum hohen Tempo" :D
Und über die 10 HM lach´ ich ganz bestimmt nicht, schließlich hab´ ich mir bei meinem letzten Lauf an einer vergleichbaren Steigung mit viiiiel weniger Tempo fast einen Herzkasper gerannt... ;)
Gruß aus den mittleren Teilen Deutschlands, wo wir die Sonne vor lauter Steilwänden und Hochgebirge niemals zu Gesicht bekommen :lol:
Matthias
Der Spaß ist bei meinen Tempoeinheiten zum Glück immer dabei.
Wobei die Einheit heute schon recht müde gemacht hat. Es ist zum Glück Wochenende :)
@Gerd:
Du wirst dafür (sobald du wieder richtig auf den Beinen bist) länger unterwegs sein, was die Distanz betrifft. Wenn ich mir deine Rodgau-Pläne so anhöre. ;)
@matbs:
Stimmt, meinem Herzen bin ich dankbar, dass das die ganze Sache so fleißig mitmacht. In langsamen Tempo wäre dir die Steigung aber viel zu flach gewesen ;)
Aber dafür sieht man hier die Sonne, zumindest wenn die Wolken sich verziehen. Am Wasser ist es dann traumhaft.
@Chris:
Ja, ich kann es kaum erwarten. *hehe*
Von einem der auch langsam glücklich ist.
das hört sich ja alles super an1 Sind zwar Zeiten, bei denen ich mich nicht mal mitzureden getraue, aber ich lese raus, dass du damit zufrieden und glücklich ist und das ist das Wichtigste! Ich drücke die Daumen, dass das ein SUPER Jahr wird für dich!!! - Sorgenkinder Hände: hast du auch das mit den Weißfingern oder was meinst du???
Schönes Wochenende
LG Eva
Danke :)
@Eva:
Ich finde es auch super :)
Meine Finger sind nicht so schlimm wie deine, aber leicht abgefroren waren sie bei tiefen Temperaturen durchaus. Je nach Temperatur wurde es nach 10 / 20 Kilometern ungemütlich.
Gut so, ich bin gespannt, was man alles von dir hören wird in diesem Jahr ! 8)
Weiterhin viel Spaß und Erfolg!
Schön zu hören, dass es dir Spaß bringt! Und gespannt bin ich auch, was da noch alles möglich ist.
@Black Sensei:
Danke. Zu diskutieren ... ich hatte Sorge, es könnte als "Einfach nur so laufen ist doof" interpretiert werden.
@Chris:
Genau darüber bin ich so froh. Es klappt, ohne viel Geld für Trainingspläne auszugeben. Mit etwas Köpfchen und der richtigen Mischung ist einiges möglich, wenn man will.
Warum schämen? Es gibt ganz sicher noch immer viele, die auf deine Zeit neidisch sind.
Ich persönlich bin stolz auf jeden, der mit viel Freude läuft und/oder an seine Grenzen geht. Jeder hat schließlich sein eigenes Leistungsniveau.
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