Laufhannes Laufblog: Lauf, Hannes! Hannes der Laufhannes Krafttraining für Läufer Garmin Forerunner 305 Runningman 2008 Kiellauf 2008

Auf dem Rad und doch im Wasser

„Wenn das Schwimmen ausfallen muss“
Heute ist der vorletzte Freitag zu Hause und die dritte Schwimmeinheit der Woche stand auf dem Plan, um die 10er-Karte noch abzuarbeiten. Bei hellen Wolken setze ich mich auf mein Fahrrad. Der Blick auf Niederschlags- und Blitz-Radar deutete an, dass das heutige Unwetter knapp an Kiel vorbei ziehen würde. In Dietrichsdorf werde ich allerdings vom Gegenteil überzeugt. Sintflutartige Regenfälle machen meine Fahrt zu einem nassen Erlebnis. Vor Freude strahlend halte ich an einer Ampel und ernte einige seltsame Blicke. Für heute gibt es bei diesem Spaß aber auch einen üblen Beigeschmack: Vor dem Freibad stehen ein Freund (der das Auto vorgezogen hat) und ich vor verschlossenen Türen.

Wegen der bestehenden Gewittergefahr wird das Freibad nach jedem Donner für 20 Minuten geschlossen. Fast eine Stunde hocken wir also davor und warteten, bis es schließlich erneut frühstens in zwanzig Minuten heißt. Leicht fröstelnd haben wir genug und machen uns auf den Rückweg, auch wenn sich direkt über uns die ersten Wolkenlücken gebildet hatten. So entscheide ich mich immerhin schnell, mehr als nur zurück zu fahren. Wenn ich schon nicht schwimmen darf, möchte ich wenigstens eine ordentliche Radtour machen. Mein einziges Problem: die Strecke. Wie soll ich aus Kiel heraus eine schöne Strecke finden? Bisher hatte ich immer die Radfahrkarte dabei gehabt, um eine schöne Strecke zu planen. Spontan fiel mir jetzt allerdings nichts ein.

Also fahre ich planlos durch Kiel und finde schließlich den Weg zum Naturschutzgebiet Tröndelsee, wo ich erst vor kurzem für einige Fotos unterwegs war. Von hier versuche ich, stets unter der Wolkenlücke oder den hellen Wolken zu bleiben. Die dunklen Wolken scheinen gerade über Heikendorf zu hängen, sodass ein Umweg nötig ist. Nur die Richtung ist mir nicht ganz klar, aber solange ich fahre ... irgendwann heißt es Preetz/Plön, eine gute Idee.

Von der leeren Straße, dem herrlichen Regenduft und dem vielen Grün um mich herum bin ich so ablenkt, dass ich gar nicht merke, wie sehr ich gen Süden steure und mir damit eine große Tour einhandel. Vorbei an der herrlichen Landschaft des Klosterforst und des Postsees (jetzt hilft die Karte ...) finde ich schließlich auch den Weg nach Preetz. Hier droht allerdings mein Forerunner vom Lenker zu lösen. Irgendwo unterwegs muss mir der Metallverschluss verloren gegangen sein. Ein wenig anders befestigt hält die Uhr aber wieder und zu Hause erfinde ich auch noch ein Ersatzarmband.

Eine große Radtour als Rückweg
Ein kleiner Umweg auf der Rückfahrt
Von Preetz aus ist mir dann die Strecke von meiner Radtour an der Schwentine bekannt. Nach bereits über einer Stunde ohne Verpflegung auf dem Rad meldet sich so langsam der Körper, sodass ich nun den kurzen Rückweg wähle, was in diesem Fall noch gute zwanzig Kilometer bedeutet. Was habe ich mir dabei gedacht? Unspektakulär und etwas langsamer werdend (50m-Anstieg!) geht es vorbei am Dobersdorfer See zurück. Inzwischen hatten sich westlich von mir allerdings wieder die ersten Wolken breit gemacht und pünktlich zwei Kilometer vor meinem Ziel lassen sie den Regen aus sich heraus.

Nachdem ich bisher nur von unten und durch die Bäume nass geworden bin, hatte ich mich bereits darauf gefreut, im Trockenen noch das Fahrrad zu putzen. Wie viel Dreck sich in den letzten Tagen darauf angesammelt hat - unglaublich. Aber auch so lasse ich mich nicht lumpen, schnell einen Lappen zu holen und zumindest den groben Dreck vom Rad zu putzen, während der Regen weiter auf mich nieder prasselt. Erst dann gibt es nach insgesamt 52,37 km eine heiße Badewanne. Eine wunderbare Alternative zum Schwimmen.

13 Kommentare Kommentare





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Antworten 1
Tom Tom
Am 24.07.2009 um 20:56 Uhr
Wieso schliessen die gleich das ganze Bad nach einem Donner? ..die Leute aus dem Becken holen, sollte doch eigentlich reichen *grübel*
Antworten 2
matbs matbs
Am 24.07.2009 um 21:23 Uhr
Verflixt, da hast du schon mal ´ne Chance den Forerunner zu verlieren, und dann nutzt du sie nicht.
Na ja, vielleicht ja beim nächsten Mal... ;) :D

Wenn man die Zeit und die Kraft hat, ist so ein bisschen Aufgtutglückeinsblauevorstossen das Beste was es gibt - spätestens wenn man dann irgendwann irgendwo wieder auf bekanntes Terrain stösst, hat man dann einen schönen Grund, um ein klein bisschen stolz zu sein.
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Mäusle Mäusle
Am 24.07.2009 um 21:24 Uhr
Klingt... nach unglaublich viel Spaß. Da habe ich ja heute mit meinen 5 km im Regen laufen nicht soo viel getan. Aber für den Anfang reicht es.
52,37 km, das ist wirklich ein ordentliches Stück... Aber das mit dem Schwimmbad verstehe ich auch nicht....
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Evchen Evchen
Am 24.07.2009 um 21:51 Uhr
Bei Deinen Touren kann das sogar schon mal nicht mehr nur unangenehm werden, wenn Du keinerlei Verpflegung dabei hast.
Aber Du hast es ja selbst schon angemerkt, also von mir hier keine Standpauke. ;-)
Und 52 km ersetzen auch zwei Mal Schwimmen. Ich weiß, daß Dich das trotzdem nicht abhält. :-D
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Pienznaeschen Pienznaeschen
Am 24.07.2009 um 22:32 Uhr
Hannes, Du bist genial :)
Du (be)schreibst Deine Touren und dadurch fahre ich ein stück mit und setzt dem ganzen mit dem Radabputzen dann noch die Krone auf ;) Klasse, lese ich einfach nur gerne und schmunzel immer mal wieder ;)
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Jens Jens
Am 25.07.2009 um 00:02 Uhr
Hmm .. immer unter den Wolkenlücken fahren / laufen. Das könnte in der Tat ein interessantes Abenteuer werden!
Irgendwie musste ich bei deinem Artikel spontan an "Thomas D. - Rückenwind" denken ;) Strahlend im Regen an der Ampel stehen - herrlich!
Antworten 7
unimatrix_zero unimatrix_zero
Am 25.07.2009 um 07:50 Uhr
Wenn ich wüsste wie sich Monsun anfühlt dann würde ich meinen wir sind in Asien.
Schräger Sommer.
Viel Nass, man braucht doch immer etwas Überwindung um vor die Tür zu gehen wenn es so schüttet.
Aber die bewunderden/ entgeisterten Blicke unserer Mitmenschen wenn wir rennen oder mit dem Rad im strömenden Regen unterwegs sind wiegt das auf.
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bo58 bo58
Am 25.07.2009 um 10:08 Uhr
Du scheinst das Nass tatsächlich nicht auslassen zu können...
Zum Laufen stört mich der Regen weniger als zum Radfahren. Ist einigermassen gefährlich (mit dem Rennrad) und dann noch das Putzen!
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Chris Chris
Am 25.07.2009 um 11:12 Uhr
Hoffentlich schaffst du es trotzdem noch, die 10er-Karte abzurackern. Die Motivation hast du ja, aber dieser Sommer glänzt durch Abwechslung...
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Hannes Hannes
Am 25.07.2009 um 11:19 Uhr
@Tom:
Naja, ob man nun vor der Tür oder am Beckenrand sitzt ...

@matbs:
Nein, den möchte ich aber nicht verlieren! ;)
Aber stolz war ich.

@Mäusle:
Solange man das schöne Wetter überhaupt irgendwie nutzt, ist alles gut. Laufen finde ich ja auch eigentlich schöner als auf dem Rad zu sitzen.

@Evchen:
Naja, zwei Stunden laufen ohne Verpflegung schaffe ich ja auch, wenn ich mich vorher gut gestärkt habe, von daher ...

@Pienznaeschen:
Das freut mich sehr, wenn das hier bei mir nicht nur interessant ist, sondern dem Leser etwas mehr bietet.

@Jens:
Solange das Gewitter mich nicht trifft, stören mich ja auch die dunklen Wolken nicht.

@unimatrix_zero:
Schräger Sommer? In der Zeitung stand heute, es wäre laut Meteorologen ein typisch eurppäischer Sommer.

@bo58:
Da kann ich jetzt nur sagen, dass ich zum Glück kein Rennrad besitze :D

@Chris:
Dürfte schwer werden, aber ich versuche es.
Antworten 11
Bernd Bernd
Am 25.07.2009 um 16:54 Uhr
Ich schwimme in der Halle und das hat schon einen kleinen Vorteil, bei Donnern ist nicht zu. Wenn es dann mit den Schwimmen nicht klappt, dann gleich 52,37 km mit dem Rad im prasselnden, solche Strecken gibt es bei mir nicht mal bei gutem Wetter, einfach super, Respekt!
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ultraistgut ultraistgut
Am 26.07.2009 um 18:54 Uhr
Wenn ich deine sportliche Freude vernehme, da fällt mir hierzu nur eines ein: Triathlon, das wäre doch für dich der ideale Sport, dann hast du alles zusammen, kannst drei Disziplinen nach deinem Geschmack vereinbaren und hast Freude daran.

Na ?
Antworten 13
Hannes Hannes
Am 26.07.2009 um 21:37 Uhr
@Bernd:
Die Schwimmhalle dort in Kiel hat über den Sommer leider zu, sonst wären wir auch dorthin ausgewichen.

@ultraistgut:
Wenn ich einen Triathlon mache, möchte ich ihn auch ordentlich machen. Und das bedeutet für mich mindestens den Besitz eines Rennrads. Ohnehin werde ich ab nächster Woche deutlich weniger zum Schwimmen und Radfahren kommen, daher nutze ich es jetzt noch ordentlich aus.

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