Im Hafenbecken ist das Wasser ruhig, doch der Blick über die Mole heraus verrät mir, was mich nach der nächsten Kurve erwartet. Der Regen peitscht mir ins Gesicht, den Blick starr zur Seite gerichtet. Auch eine Tempoverschärfung bringt mich hier nicht voran. Kurz darauf geht es auf den Deich. Wie lange wird die Motivation reichen, um dort gegen den Wind zu laufen? überlege ich. Schnell merke ich, dass sich eher die Frage stellt, wann mich der Wind von der Deichkrone pustet. I believe I can fly - nur leider in die falsche Richtung.
Auf einmal wird mir klar, was all das Lauf-ABC und die Kraftübungen für den Oberkörper sollten. Genau für solche Momente macht man sich hin und wieder zum Affen, wenn man beim Lauf-ABC seitwärts läuft. Platsch - und während man sich auf das Verbleiben in senkrechter Position konzentriert, stiefeln die Beine desorientiert durch die Pfützen.
Damit ist nun Schluss. Der Dünenübergang führt mich zum Strand. Der vorgehaltene Unterarm kann den Angriff der Sandkörner nicht verhindern, sie entern Mund und Augen. Immerhin lassen sie meine nackten Wa- Au! Und schon erreicht das Gefühl von 1.000 Nadelstichen meine Schienbeine. Die von manchem Menschen teuer erkaufte Akupunktur bietet sich mir heute kostenlos für Gesicht und Beine.
Ein umso wohligeres Gefühl, wenn man im windgeschützten Orten durch die Straßen watschelt. Schnell sind die Schuhe von allem Sand befreit. Tiefe Pfützen haben nicht nur für Gummistiefelkinder einen Sinn.
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1.000 Nadelstiche

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Am 18.11.2009 um 19:46 Uhr