Das Wetter war allerdings nicht unbedingt so, wie wir es uns erhofft hatten. Am Sonntag gab es noch strahlenden Sonnenschein, der uns viele schöne Stunden unter blauem Himmel bescherte, bevor es dann ab Montag sehr wechselhaft wurde. Viele Wolken, starker Wind, Regen und Gewitter mit Blitzeinschlag - wir hatten alles. Wir ließen es uns aber nicht nehmen, weiterhin bei einigen Sonnenstrahlen an den Strand zu pilgern und in die hohen Wellen zu springen. Reihenweise leichte Erkältungen waren die Folge, die viele mit reichlich Alkohol zu bekämpfen versuchten. Bei mir genügte das Immunsystem.
Das Ziel, gekonnt zu entspannen, wurde so oder so erreicht. Ob am Strand, in den Wellen, auf den Dünen, im Haus, auf der Veranda, beim Feiern bis spät in die Nacht, beim Lesen oder Musik hören - es tat gut. Dabei muss man allerdings versuchen, einige anderen Umständen nicht zu beachten. Leute, die ihren Alkoholpegel über sieben Tage lang hoch halten und bereits gegen Mittag wieder betrunken durch die Siedlung wandern, können zwar noch belustigend wirken, aber die Folgen des frühen Aufstehens sind nicht mehr schön. Wenn man als erster aufsteht, hat man die Probleme für sich: Küche, Esstisch und Wohnzimmer sind total verdreckt. Überall steht Bier, liegen Müll und Krümel. Wenn dann auch noch jemand auf der Couch schläft, fällt es schwer, die frühen Stunden mit etwas Ruhe zu genießen.
Komplette Ruhe ist ohnehin schwer zu finden, wenn man mit insgesamt fast 70 Leuten unterwegs ist. Umso mehr überrascht es mich, dass ich kein einziges Mal alleine gelaufen bin. Stattdessen setzte ich mich auf mein Bett, um zu lesen, legte mich mit Musik in die Sonne oder ging alleine etwas durch die Dünen. - Eigentlich waren wir ja ohnehin dort, um gemeinsam den Abschluss zu feiern. Die Ernährung war zwar alles andere als feierlich, aber was soll man erwarten, wenn man mit sieben anderen Abiturienten in einem Haus wohnt. Nudeln mit Frikadellen sind auf jeden Fall eine sehr gewagte Kombination und täglich Toastbrot ist ganz sicher nicht gut für den Körper. Da hilft es auch nichts, als einziger nach Müsli (und nicht Cornflakes) und Schwarzbrot zu schreien. Sobald das vorhanden ist, wird es auch von den anderen gegessen.
Aber immerhin die Partys waren feierlich. Es hat mich fast überrascht, dass es keinerlei Beschwerden von Nachbarn gab (nur ein paar seltsame Blicke). Nachts um zwei Uhr war das Partyhaus immerhin noch aus einigen Hundert Metern Entfernung gut zu identifizieren. Ebenfalls überraschend war, wie wenig kaputt gegangen ist. Stühle, Schaukeln und ein Grenzstein ... man kann ja nicht wissen, dass man nicht zu dritt auf dem Stuhl sitzen sollte. Und dass man seinen Autoschlüssel beim Schwimmen verlieren kann, wie kann das nur passieren? ...
Was schert es mich? Ich habe entspannt.
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Am 13.07.2009 um 17:20 Uhr