» Buchtipp: Jack Daniels - Die Laufformel

„Professionelles Lauftraining nach Formeln“
Jack Daniels - Die Laufformel
Jack Daniels - Die Laufformel
„Mit der Laufformel von Jack Daniels wissen Sie jeden Tag, wenn Sie die Laufschuhe schnüren, warum Sie die Trainingseinheit gerade so laufen und nicht anders - so überlasten Sie sich nicht und setzen Ihre Trainingszeit effektiv ein.“
Quelle: Klappentext des Buches



Bereits einige Male habe ich in meinen Artikel den mysteriösen Jack Daniels angesprochen und konnte in den Kommentaren feststellen, dass die meisten Leser wohl eher Säufer als Läufer sind. Doch alleine das Buch selbst wäre Grund genug gewesen, es vorzustellen. Der amerikanische Sportphysiologe, der wirklich "so" heißt, war über 45 Jahre lang Leichtathletiktrainer und weiß, wovon er spricht.

Im Gesamtwesen unterscheidet sich das Buch deutlich von Klassikern wie dem Laufbuch von Herbert Steffny. Statt mit der Schönheit des Laufens oder einem Einsteigerplan, wie man zum Läufer wird, zu beginnen, geht es im ersten Kapital um die Grundlagen der Physiologie des Laufens: maximale Sauerstoffaufnahme (VO2max, auch VDOT genannt), Laufökonomiekurze und Laktatschwellenwert. Dieser wissenschaftliche Ansatz zieht sich durch das ganze Buch, wobei besonders VDOT zur Grundlage für das richtige Trainingstempo wird.

Damit zeigt sich recht deutlich, dass das nicht Buch nicht für Anfänger geeignet ist. Viel mehr gibt es den ambitionierten Läufern die Möglichkeit, Herr/Frau seines eigenen Trainings zu werden. Die Bedeutung der einzelnen Trainingseinheiten, die ausgiebig erläutert werden, steht im Vordergrund. Zukünftig wird man sich immer bewusst sein, wozu eine Trainingseinheit gerade dient. Wer dies versteht, kann den Plan immer entsprechend anpassen. Einen perfekten Plan für Jedermann gibt es schließlich nicht. Entsprechend gibt es vier allgemeine Trainingspläne und jeweils einen für 800m, 1500m bis 3.000m, Crosslauf, 5 bis 15 km und Halbmarathon/Marathon, die allesamt sehr variabel sind. Den Anfänger-Trainingsplan hätte man allerdings weggelassen können - wer noch abwechselnd mit Laufen und Gehen in das Training einsteigt, wird sich niemals durch die vorherigen Kapitel wälzen, ohne die aber ein entsprechender Trainingsplan sinnlos ist.

Für mich zumindest bietet Die Laufformel in etwa das, was ich gesucht habe: Eine Anleitung, um sich selbst Trainingspläne schreiben zu können oder vorhandene sinnvoll (!) abwandeln zu können. Die wirklich ambitionierten Läufer dürfte daher auch der happige Preis von 27 Euro nicht abschrecken.

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10 Kommentare Kommentare





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antworten #1 Laufmeister 08.03.2010, 22 Uhr
Laufmeister
Dem kann ich nur Zustimmen. Das Buch hat mir auch sehr gut gefallen kann ich auch nur weiter empfehlen. Aber aus Zeitmangel bin ich leider zwar zum Lesen gekommen, aber einen eigenen Plan habe ich mir noch nicht erstellen können. Werde dies aber sicherlich zur Vorbereitung auf Berlin machen.
Wenn ich eine Frage habe dazu, werde ich mich bei Dir melden.

Laufmeister
antworten #2 Steffen 09.03.2010, 09 Uhr
Steffen
Sieht fundiert und erfolgsversprechend aus. Jetzt bin ich wieder voll im Zwiespalt - auf der einen Seite kein Interesse an Plänen, auf der anderen Seite neugierig auf GUTES Neues.
Das hast Du ja gut hin gekriegt....

LG
Steffen
antworten #3 unimatrix_zero 09.03.2010, 09 Uhr
unimatrix_zero
Nur mal das ich kein Säufer bin :-) Der Link ist in meinen Bookmarks.
Habe schon mal davon gehört. Ich suche aber etwas über MentalTraining, da harpert es bei mir!

http://www.fu-mathe-team.de/daniels.yaws
antworten #4 jan 09.03.2010, 10 Uhr
jan
Ohje, ich kann Steffen nur zustimmen. Auch bei mir hast du Interesse an dem Buch geweckt, jedoch halte ich meinen aktuellen Trainingsplan auch nicht wirklich ein und laufe wie ich gerade Lust habe. Also wäre es für mich, momentan, Geldverschwendung?!

DANKE Hannes :D
antworten #5 Jana 09.03.2010, 11 Uhr
Jana
Mein Freund hat das Buch zum Geburtstag bekommen, allerdings auf Englisch... ich habs mir auch schon vorgenommen zu lesen, da es sehr vielversprechend klingt.

Da ich aber im Moment noch nach einem Fertig-Trainingsplan von Hubert Beck trainiere und damit sehr zufrieden bin, hab ich bis jetzt doch noch nicht reingelesen... :o)

Aber wenn ich mal mit dem Marathontraining fertig bin, dann werd ich mir dieses Buch auch mal zur Hand nehmen und mir was eigenes basteln :-)
antworten #6 Schwabenblitz 09.03.2010, 15 Uhr
Schwabenblitz
Ich kann dem ganzen nur zustimmen. Endlich gibt es ein Buch, wo praktisch dazu aufgefordert sich Gedanken über jede Einheit zu machen, statt nur Pläne von RW oder anderen Gurus zu kopieren, ohne zu wissen, ob das wirklich das richtige für mich ist.

Gruss
Dirk
antworten #7 Hannes 09.03.2010, 20 Uhr
Hannes
@Laufmeister:
Mach das! Es gibt ja auch einige fertige Pläne im Buch, da muss man dann schon nur noch halb so viel nachdenken ;-) (Wobei es immer noch mehr als bei Greif und Co)

@Steffen:
Du willst nur den Genuss, nicht so einen Plan. Für die irrwitzigen Ultradistanzen ist Daniels ohnehin nicht geeignet, der will eher das Tempo.

@unimatrix_zero:
Mentaltraining, gute Frage. In der Bücherwelt der Psychologie kenne ich mich nicht aus.

@jan:
Es wäre ein teures Werk für dich, ja.

@Jana:
Wenn man einen Plan zur Hand hat, mit dem man zufrieden ist, besteht auch kein Grund, sich nach einem neuen umzusehen. Mach du erstmal schön deinen Marathon ;-)
antworten #8 Brennr.de 10.03.2010, 00 Uhr
Brennr.de
Und was sagt uns das? (Achtung Wortspiel)
Besser Jack Daniels, als Johnny Walker... ;-)
antworten #9 Christiane 19.07.2011, 11 Uhr
Christiane
Lese den Lesetipp jetzt erst. Hatte schon mehrfach mit dem Gedanken gespielt, mir dieses Buch anzuschaffen, und werde es jetzt...lassen.
Lauftraining ist ja in der Theorie wirklich nichts kompliziertes. Es gibt den von dir angesprochenen VO2max und vielleicht noch eine (sich individuell mit der Trainingsverbesserung nach oben schiebende) anaerobe Schwelle. Jenseits dieser liegt das maximale Traningstempo, diesseits davon läuft man Distanzen, die kurz unter bis weit über der Wettkampfdistanz liegen (beim Ultra natürlich meist dunter...) - je länger desto langsamer. Wer es schafft, inklusive den "harten" Intervallen in 4 Tempostufen zu trainieren, hat's meist schon raus, vieles vom Rest ist pure Geschäftemacherei. Zumal man für eine EXAKTE Ausnutzung des entsprechenden Wissens auch EXAKTE Daten über die eigenen Schwellenwerte bräuchte - macht bei 9 Trainingsmonaten und 3 Mesozyklen im Jahr also 3 Leistungsdiagonstiken oder 3-4 entsprechende Feldtests mit vorheriger totaler Regeneration. Der Hase liegt also meiner Meinung nach eher in der Praxis im Pfeffer, die Theorie haben Leute wie du und ich doch schnll raus!
antworten #10 Laufhannes 24.07.2011, 22 Uhr
Laufhannes
@Christiane:
Die Theorie hat man schnell raus - aber man muss dazu auch entsprechenden Stoff lesen. In einem Steffny und in Foren erfährt man nur mäßiges Halbwissen über die entsprechende Trainingsplanung. Das richtige Tempo zu wählen ist dabei ja eigentlich der geringste Teil.
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