» Laufschuhe: Gewichtvergleich

„Ein Schuh gleich nicht dem anderen”

Wenn es auf die Geschwindigkeit im Wettkampf ankommt, sind die Laufschuhe für mich ein großer Faktor. Nicht unbedingt, weil leichte Schuhe wirklich schneller machen - 200g am Körper mehr oder weniger bewirken keinen riesigen Unterschied. Entscheidend ist aber das Gefühl am Fuß, der uns schließlich die ganze Strecke tragen soll. Wenn sich der Laufschuh wie ein Klotz anfühlt, mag man sich kaum vorwärts begeben. Aus diesem Grund zwingen uns die Laufschuhhersteller Wettkampfschuhe und Lightweighttrainer auf - meiner Meinung nach zurecht.

Natürlich muss man differenzieren. 3000m-Läufer haben andere Anforderungen als Marathonläufer und auch das Körpergewicht spielt bei der Wahl des richtigen Laufschuhs eine wichtige Rolle. Ich für meinen Teil setze inzwischen fast ausnahmslos auf Laufschuhe, die Herstellerangaben zufolge zu den Leichtgewichten gehören. Dennoch spüre ich große Unterschiede: Auch hier gleicht ein Schuh nicht dem anderen.

Den Gewichtsangaben der Hersteller kann man dabei nicht immer trauen, vor allem da sie für unterschiedliche Schuhgrößen gemacht sind und selbst die Schuhgrößen nicht überall gleich zu interpretieren sind. Daher habe ich mein aktuelles Sortiment selbst gewogen (jeweils den linken Schuh). Zwar tauchen auch hier Unterschiede in der Größe auf, aber letztlich geht es um den Vergleich der Schuhe, die man selbst auf der Strecke trägt. Eventuell abgelaufene Dämpfung und vorhanden Schmutz habe ich aber gewissenlos ignoriert.

Laufschuhe Gewichtvergleich
Laufschuhe Gewichtvergleich


Auch beim äußeren Anblick sind einige dieser Unterschiede bereits deutlich sichtbar. Die Trail-Schuhe sind fast doppelt so schwer und groß wie die leichten Spikes, obwohl sie nur minimal schwerer als der Brooks Axiom (336g, nicht im Bild) sind, den ich bereits zum zweiten Mal laufe - als angeblichen Lightweighttrainer, wohlgemerkt.


Für manche mag es Haarspalterei sein, jedes Gramm einzeln in die Waagschale zu werfen. Ich weiß aber, dass ich entsprechende Unterschiede merke. Mit den Spikes fliege ich über die Bahn, die Nike Free sind traumhaft leicht aber entsprechend anstrengend und der RC769 ist mein Wettkampfschuh Nr. 1, während Brooks Racer und Saucony Grid Tangent zum Tempotraining an die Füße dürfen. Die gewichtigen Unterschiede sind spürbar.

Update: Die obige Liste habe ich immer weiter ergänzt. Die Zusammenfassung berücksichtigt natürlich nicht die neu dazugekommenen Laufschuhe.

Mein Fazit: Es lohnt sich, seine Schuhe zu kennen.

10 Kommentare

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antworten #1 Chris 10.03.2011, 11 Uhr
Chris
Kaum hat der Herr Semesterferien, findet er auch Zeit zum Wiegen der Laufschuhriege! Oder sollte man eher sagen: "der Prinz auf der Erbse" oder "der Schuhfühlige"? Man merkt auch den Männerhaushalt, normalerweise würde schon der Versuch, einen Laufschuh in die Nähe der Küche zu bringen, geblockt werden.
Für Kleidung würde mich eine Gewichtsübersicht ebenfalls interessieren.
antworten #2 Evchen 10.03.2011, 17 Uhr
Evchen
Mir ist es erstmal egal, ob ich den unterschied am Fuß spüre, aber ich spiele gern mit Zahlen.. Ich trage ja auch 6,9km oder 7,15km ein und nicht 7km.
antworten #3 Landschaftsflitzer 10.03.2011, 21 Uhr
Landschaftsflitzer
@Evchen: Ich kann nicht für alle Läufer reden, aber ich glaube, ich lehne mich nicht zu weit aus dem Fenster, wenn ich folgende Behauptung aufstelle:
"Wer seine Laufumfänge genau kennt, wird nicht gerundete Werte in sein Lauftagebuch schreiben."
Spielen wir also alle mit Zahlen...?
antworten #4 Chris 12.03.2011, 19 Uhr
Chris
Ich war auch überrascht, wie es mit einem leichteren Trainingsschuh einfach deutlich anders läuft. Obwohl immer wieder geschreiben wird, dass es kaum was ausmache...
Mit Lightweighttrainern macht es einfach viel mehr Spass, schnell zu laufen. Da spürt man den Untergrund auch besser. Bei deinen Rennschuhen muss das noch extremer sein. Sowas habe ich nicht im Sortiment.
antworten #5 Evchen 13.03.2011, 08 Uhr
Evchen
@Landschaftsflitzer: Das dachte ich auch. Aber tatsächlich gibt es doch einige, die zwar mit GPS unterwegs sind, dieser Daten aber nicht eintragen oder dem keine Beachtung schenken.
Aber ja, ich denke die allermeisten Läufer spielen auch gern mit Zahlen. :-D Was kam zuerst? Die Lauf- oder die Zahlenlust? :-P
antworten #6 Gerd 13.03.2011, 11 Uhr
Gerd
Wieder mal ein Thema bei denen unsere Meinungen ein wenig auseinander gehen. ;-)
Liegt wahrscheinlich daran, dass ich in einer anderen Gewichtsklasse starte als Du. Für mich ist die Bequemlichkeit und das "Wohlfühlen" im Schuh vorrangig. Obwohl ich zugestehen muss, dass die Addition des "Mehrgewichtes" einiger Schuhe bei 50 Kilometern schon ein gewisses Maß an Zusatzbelastung bringen.
Aber man kann ja nicht alles haben. Dann laufe ich halt 10 Minuten länger. ;-)
antworten #7 Brennr.de 14.03.2011, 00 Uhr
Brennr.de
Ich kann mir durchaus vorstellen, dass ein paar Gramm mehr oder weniger an den Füßen einiges ausmachen kann. Rein physikalisch betrachtet macht der Fuß (untere Extremität) beim Laufen ja eine ellipsenförmige Bewegung, wodurch sich die wirkenden Kräfte bei mehr Gewicht erhöhen. Es dürfte meiner Meinung nach also nicht nur ein Gefühl sein, sondern eine physikalische Tatsache. Aber als Laie lasse ich mich auch gerne vom Gegenteil überzeugen. ;-)
antworten #8 Hannes 14.03.2011, 09 Uhr
Hannes
@Chris:
Das Gewicht der Kleidung? Darüber habe ja selbst ICH mir noch nie Gedanken gemacht ;-)

@Evchen:
Bei mir war definitiv zu erst die Zahlenlust da. Ich möchte aber nicht behaupten, dass ich deswegen laufe. Da wäre eher die "Qual-Lust" anzuführen.

@Chris:
... und selbst meine Rennschuhe sind ja noch schwer.
Der Mizuno Wave Universe wiegt nur 106g - Ich will!

@Gerd:
Zum Wohlfühlen gehört das für mich ja auch - Leichtigkeit. Da fühle ich mich am wohlsten.

@Brennr.de:
Dass es physikalische Auswirkungen gibt, ist denke ich sicher. Die Frage ist nur, wie groß diese im Vergleich zu den sonstigen Belastungen sind.
antworten #9 Steffen 17.03.2011, 13 Uhr
Steffen
Zweifelsohne lohnt es sich immer, seine Schuhe zu kennen. Allerdings messe ich, ok, bin ja auch kein Tempoläufer, dem Gewicht nicht ganz so eine wichtige Rolle zu. Zumal es beim Traillaufen eh egal ist, denn spätestens nach der ersten Pfütze sind sie sowieso voll mit Matsch!

Nein, einzig die Dämpfung und das Platzangebot im Schuh ist es, was mich interessiert, denn danach entscheide ich, welchen Schlappen ich für welche Distanz benutze.

Aber wie gesagt, bei dir und deinen Ambitionen hast du absolut recht, da zählt, na sagen wir mal jedes 10. Gramm, das ist übrigens auch mehrfach nachgewiesen.

Herzliche Grüße,
Steffen

P.S. Du Turbo!!!!
antworten #10 Jens 06.05.2011, 13 Uhr
Jens
Ich habe meinen Lunarglide 2 auch mach gewogen und komme auf 184 Gramm. Gar nicht so schlecht oder?
1. FC Kaiserslautern